Jede Art von Abstimmung, kostenlos und ohne Werbung: Warum ich FlexPoll gebaut habe
Warum ich mit FlexPoll einen kostenlosen, werbefreien Werkzeugkasten für Abstimmungen gebaut habe: sieben Umfragetypen, kein Konto zum Abstimmen, Open Source
Eine Terminumfrage fürs Familienfest. Eine Entscheidung im Verein. Die Frage, wohin das Team zum Mittagessen geht. Abstimmungen gibt es überall im Alltag, und eigentlich sollten sie in einer Minute erledigt sein.
Bei mir waren sie das nie. Deshalb habe ich FlexPoll gebaut: ein Werkzeug, mit dem man jede Art von Abstimmung kostenlos, werbefrei, einfach und schnell erstellen kann.
Das Problem: Entweder voller Werbung oder nur eine Art von Umfrage
Ich habe mir die bekannten Abstimmungsseiten angeschaut, zum Beispiel Doodle oder das österreichische Termino unter termino.gv.at. Und bin jedes Mal an denselben Dingen hängen geblieben:
- Unübersichtlich. Man klickt sich durch Menüs und Hinweise, bis man endlich die eigentliche Frage eintippen kann.
- Voller Werbung. Wer nur schnell eine Antwort von zehn Leuten braucht, will keine Anzeigen dazwischen.
- Nur eine Art von Abstimmung. Meist gibt es genau ein Format, und das ist die einfachste Variante. Will man etwas anderes abfragen, passt die Frage plötzlich nicht mehr ins Werkzeug.
Gerade der letzte Punkt hat mich gestört. Eine Terminfindung ist etwas anderes als die Frage nach dem Lieblingsort. Und eine Rangfolge ist wieder etwas anderes als ein simples „Ja oder Nein“. Trotzdem zwingen viele Seiten alles in dasselbe Schema.
Die Idee: ein Werkzeugkasten statt eines Hammers
Ich wollte ein vollständiges Werkzeug, in dem ich jede Art von Abstimmung erstellen kann. Kostenlos, ohne Werbung, ohne Umwege.
Das Ergebnis ist FlexPoll. Die Seite nennt sich „The Place to Put a Poll“, also der Ort, an dem man eine Umfrage hinstellt. Der Name ist Programm: Das Format passt sich der Frage an, nicht umgekehrt.
Sieben Abstimmungsarten in einem Werkzeug
FlexPoll bringt für jede Situation den passenden Typ mit. Alle sind enthalten, alle sind kostenlos.
| Typ | Wofür |
|---|---|
| Classic | Schnelle Multiple-Choice-Frage für eine rasche Entscheidung |
| Ranking | Reihenfolge per Drag-and-drop, ausgewertet mit Borda-Count |
| Schedule | Den passenden Termin finden, ohne endloses Hin und Her |
| Location | Abstimmen auf der Karte, etwa für Treffpunkte oder Ausflugsziele |
| Priority | Punkte auf Optionen verteilen, um zu zeigen, wie wichtig sie sind |
| Image | Fotos zur Wahl stellen, etwa für Designs oder Produkte |
| Custom | Eigene Optionskarten in HTML, CSS und JavaScript |
Ein paar Gedanken dazu, wann ich welchen Typ wählen würde:
Classic nehme ich, wenn es schnell gehen muss. Frage stellen, Optionen eintragen, Link verschicken.
Schedule ist der Klassiker für Termine. Genau das, wofür viele zu Doodle greifen, nur eben als einer von sieben Typen statt als einziges Angebot.
Ranking ist spannend, wenn nicht nur der Sieger zählt. Beim Borda-Count bekommt jede Option je nach Platzierung Punkte. So entsteht eine Gesamtreihenfolge, die zeigt, was die Gruppe insgesamt bevorzugt, und nicht nur, was die meisten Erststimmen hat.
Priority funktioniert anders: Jeder bekommt ein Punktebudget und verteilt es frei. Wem etwas sehr wichtig ist, setzt viele Punkte darauf. So sieht man nicht nur, was gewählt wird, sondern wie stark.
Location und Image sind für alles, was man besser zeigt als beschreibt: eine Karte für den Treffpunkt, Bilder für die Designentscheidung.
Custom Polls: wenn es kein Template sein soll
Der Typ, der mir beim Bauen am meisten Spaß gemacht hat, ist Custom. Hier schreibst du für jede Antwortoption eigenes HTML, CSS und JavaScript. Wie eine Option aussieht und sich verhält, bestimmst allein du.
Damit das nicht bei null anfängt, gibt es:
- Eine Live-Vorschau, die jede Änderung sofort zeigt.
- Eine Bibliothek mit Code-Snippets, etwa Bildkarten, Statistikkarten, Emoji-Karten und Listenkarten.
- Keine künstlichen Grenzen. Was der Browser darstellen kann, kann auch eine Antwortoption sein.
Für die meisten Abstimmungen braucht man das nicht. Aber es ist schön zu wissen, dass es nach oben keine Decke gibt.
Teilnehmen ohne Konto, Ergebnisse in Echtzeit
Eine Abstimmung ist nur so gut wie die Hürde, daran teilzunehmen. Deshalb gilt bei FlexPoll:
- Abstimmen ohne Konto. Wer den Link hat, kann sofort mitmachen. Keine Registrierung, keine App.
- Konto nur zum Erstellen. Nur wer Umfragen anlegt und gesammelt im Blick behalten will, braucht ein Konto. Stöbern geht auch ohne.
- Link und QR-Code. Jede Umfrage bekommt einen Link und einen generierten QR-Code. Der ist praktisch für Plakate, Folien oder einen Raum voller Leute.
- Live-Ergebnisse. Stimmen und Ergebnisbalken aktualisieren sich sofort. Man kann zusehen, wie eine Abstimmung entschieden wird.
Kostenlos und Open Source
FlexPoll ist kostenlos, und zwar ohne Haken:
- Keine Premium-Stufe. Alle Umfragetypen und alle Funktionen stehen allen zur Verfügung.
- Keine Stimmenlimits. Auch keine Testphase und keine Kreditkarte.
- Keine Werbung. Das war von Anfang an der Kern der Idee.
- Open Source. Der gesamte Code liegt unter MIT-Lizenz auf GitHub. Du kannst ihn lesen, forken, selbst betreiben oder mit einem Pull Request verbessern.
Wer sich also fragt, ob da später ein Preisschild kommt: Nein. Es gibt nichts, was ich dir verkaufen möchte.
So startet ihr
- Typ wählen: Auf flexpoll.app einen Abstimmungstyp aussuchen, der zur Frage passt.
- Erstellen: Frage und Optionen eintragen. Das geht in wenigen Minuten.
- Teilen: Link oder QR-Code verschicken, und die ersten Stimmen laufen live ein.
Wer sich erst umsehen will, kann unter „Explore“ bestehende Umfragen durchstöbern, ganz ohne Konto.
Fazit
Angefangen hat alles mit dem Ärger über Abstimmungsseiten, die entweder unübersichtlich und voller Werbung sind oder nur eine einzige Art von Umfrage anbieten. Herausgekommen ist ein Werkzeugkasten, in dem jede Frage das Format bekommt, das zu ihr passt.
Sieben Abstimmungstypen. Kein Preisschild. Keine Werbung.
Wenn ihr es ausprobieren wollt: flexpoll.app. Feedback und Pull Requests sind auf GitHub jederzeit willkommen.
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